Die Tierfutternothilfe hilft jetzt im ehemaligen Tierheim
Die Schlange vor dem Tierheim an der Holzbachstraße ist lang an diesem Samstag. Rund 30 Menschen mit Einkaufstrolleys, Tüten und teilweise Hunden an der Leine stehen vor dem Hintereingang des Gebäudes. Ihr Ziel ist nicht das Tierheim, sondern die Ausgabestelle der Tierfutternothilfe Augsburg, die an diesem Tag zum ersten Mal in ihrem neuen Domizil in den Räumen des Tierheims geöffnet hat. Beladen mit Hundefutter, Katzennahrung oder Tierzubehör ziehen sie kurz darauf wieder davon.
Seit 15 Jahren gibt es die Tierfutternothilfe Augsburg. Bislang war sie in der Jakobervorstadt zu Hause – doch Ärger mit den Nachbarn und Platzmangel zwangen den Verein, sich neue Räume zu suchen, sagt Gründerin Kathrin Hellinger. Die nach der Teilverlagerung des Tierheims (wir berichteten) freiwerdenden Räume des Tierschutzvereins kamen wie gerufen – jetzt füllen Regale und Paletten voller Futter einen großen Teil der ehemaligen Tierheimräume. „Wir haben schon immer mit dem Tierschutzverein kooperiert – das Tierheim hat uns regelmäßig Menschen vermittelt, die für den Unterhalt ihrer Tiere nicht mehr aufkommen konnten“, berichtet Hellinger.
Rund 1500 Hunde und Katzen versorgt die Tierfutternothilfe regelmäßig, dazu kommen Hasen, Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen sowie Vögel aller Art. Bedürftige Tierhalter erhalten Futter und Zubehör wie Leinen oder Spielzeug. Auch bei Tierarztrechnungen hilft der Verein – im vergangenen Jahr gab er dafür rund 30.000 Euro aus. Das Futter wird gespendet oder mit Geldspenden zugekauft.
Hundedeckchen, Kleidung oder Betten bringen häufig Tierfreunde, deren Tier gerade verstorben ist, und die sich wünschen, dass die Sachen noch einem anderen Tier Freude machen. So wie Ingrid Fogg. „Ich habe ein Körbchen, diverse Welpenartikel, Geschirr und Pfotenschutz gebracht“, berichtet sie. „Ich finde es schön, dass jetzt andere Hunde damit herumlaufen können“, sagt die Augsburgerin. Sie könne sich auch vorstellen, selbst ehrenamtlich mitzuhelfen.
Seit drei Jahren bezieht Melanie Schiller Futter und Zubehör von der Tierfutternothilfe. „Ich bin alleinerziehend mit drei Kindern – eine passende Arbeitsstelle zu finden, ist gerade schwierig“, sagt die Frau. Rund 100 Euro im Monat kostet der Unterhalt ihres Hundes Lilly – mehr als sie aufbringen kann. „Ich bin so dankbar, dass mir hier geholfen wird“, sagt die Tierhalterin.
Link zum Zeitungsartikel: https://www.augsburger-allgemeine.de/112737761
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